Artikel mit Gewichts- und Preisbarcode

Wie BlitzKasse mit Gewichts- und Preisbarcodes arbeitet

In vielen Bereichen des Einzelhandels und der Gastronomie werden Artikel nicht immer mit einem festen Stückpreis verkauft. Typische Beispiele sind Buffetverkauf, Obst, Gemüse, Fleisch, Käse, Feinkost, Salate, Backwaren oder andere Wiegeartikel.

Für solche Waren werden häufig spezielle Barcodes verwendet. Diese Barcodes enthalten nicht nur die Artikelnummer, sondern zusätzlich ein Gewicht oder einen bereits berechneten Verkaufspreis.

BlitzKasse kann solche Barcodes verarbeiten, wenn sie nach dem üblichen 13-stelligen EAN-/GTIN-Aufbau für interne Gewichts- oder Preisbarcodes erstellt wurden.


Was ist ein Gewichtsbarcode?

Ein Gewichtsbarcode, auch Wiegebarcode genannt, wird meistens von einer Waage mit Etikettendruck erzeugt.

Der Ablauf ist einfach:

  1. Der Artikel wird auf der Waage ausgewählt.
  2. Die Ware wird gewogen.
  3. Die Waage berechnet das Gewicht.
  4. Die Waage druckt ein Etikett mit Barcode.
  5. Der Barcode wird an der Kasse gescannt.
  6. BlitzKasse erkennt Artikel und Gewicht automatisch.

Wenn der Artikel in BlitzKasse als Wiegeartikel angelegt ist, berechnet die Kasse den Verkaufspreis anhand des hinterlegten Kilopreises.


Was ist ein Preisbarcode?

Ein Preisbarcode enthält nicht das Gewicht, sondern einen bereits fertigen Verkaufspreis.

Das ist zum Beispiel dann sinnvoll, wenn eine Waage oder ein Etikettendrucker den Preis bereits selbst berechnet und diesen direkt im Barcode speichert.

In diesem Fall übernimmt BlitzKasse beim Scannen den im Barcode enthaltenen Preis.


Aufbau eines 13-stelligen Gewichts- oder Preisbarcodes

Ein interner Gewichts- oder Preisbarcode besteht in der Regel aus 13 Stellen.

Typischer Aufbau:

PP AAAAA VVVVV C

Bedeutung:

PP     = Präfix für internen Gewichts- oder Preisbarcode

AAAAA  = Artikelnummer / PLU / SKU

VVVVV  = Gewicht oder Preis

C      = Prüfziffer

Beispiel:

2100123007508

Mögliche Aufteilung:

21     = Präfix

00123  = Artikelnummer / PLU

00750  = Gewicht oder Preis

8      = Prüfziffer

Wichtig ist, dass die Artikelnummer bzw. PLU-Nummer in der Waage und in BlitzKasse identisch hinterlegt ist.

Wenn eine PLU-Nummer nur aus wenigen Ziffern besteht, wird sie häufig mit führenden Nullen ergänzt. Entscheidend ist, dass Waage und Kassensoftware dieselbe Nummernlogik verwenden.

Beispiel:

PLU in der Waage:       123

Artikelnummer Kasse:    00123






Typische Präfixe

Interne Gewichts- und Preisbarcodes beginnen häufig mit speziellen Präfixen, zum Beispiel:

21 bis 29

02

Diese Präfixe zeigen der Kassensoftware, dass es sich nicht um einen normalen EAN-Artikelbarcode handelt, sondern um einen internen Barcode mit Zusatzinformationen.

Je nach Waage, Etikettendrucker oder Barcode-Konfiguration kann der genaue Aufbau unterschiedlich sein. Deshalb müssen Barcode-Aufbau, PLU-Nummer und Artikeldaten vor dem produktiven Einsatz getestet werden.


Verarbeitung in BlitzKasse

Beim Scannen prüft BlitzKasse den Barcode.

Wenn der Barcode als Gewichts- oder Preisbarcode erkannt wird, verarbeitet BlitzKasse den Code nicht wie einen normalen Artikelbarcode. Stattdessen wird die enthaltene Artikelnummer ausgelesen und mit den Artikeldaten in der Kasse verglichen.

Die wichtigste Voraussetzung ist:

Die Artikelnummer / PLU im Barcode muss mit der Artikelnummer in BlitzKasse übereinstimmen.

Nur dann kann BlitzKasse den richtigen Artikel finden und den enthaltenen Wert korrekt verarbeiten.


Fall 1: Artikel ist als Wiegeartikel angelegt

Wenn der gefundene Artikel in BlitzKasse als Wiegeartikel bzw. Gewichtsartikel gespeichert ist, wird der variable Bereich des Barcodes als Gewicht verarbeitet.

BlitzKasse berechnet dann automatisch den Verkaufspreis anhand des hinterlegten Kilopreises.

Beispiel:

Artikel:        Salatbuffet

Preis:          14,90 EUR pro kg

Barcode-Wert:   0,750 kg

Berechnung:     14,90 EUR × 0,750 kg

Ergebnis:       11,18 EUR

Der Kassierer muss das Gewicht nicht manuell eingeben, sofern die Waage den Barcode korrekt erzeugt hat.


Fall 2: Artikel ist nicht als Wiegeartikel angelegt

Wenn der Artikel nicht als Wiegeartikel, sondern als normaler Artikel gespeichert ist, kann der variable Bereich des Barcodes als Preis verarbeitet werden.

Diese Variante wird verwendet, wenn die Waage oder der Etikettendrucker den Verkaufspreis bereits berechnet hat.

Beispiel:

Artikel:        Käseportion

Barcode-Wert:   6,50 EUR

Kasse:          übernimmt 6,50 EUR als Verkaufspreis

Das Gewicht wird in diesem Fall nicht neu berechnet. Die Kasse übernimmt den Preis aus dem Barcode.


Direkte Waagenanbindung ist nicht erforderlich

Für diese Arbeitsweise ist keine direkte Verbindung zwischen Waage und Kassensoftware notwendig.

Die Waage arbeitet unabhängig von BlitzKasse. Sie erzeugt nur das Barcode-Etikett. Anschließend wird der Barcode an der Kasse gescannt.

Der Ablauf ist daher:

Waage → Barcode-Etikett → Scanner → BlitzKasse

Eine direkte Live-Übertragung des Gewichts von der Waage an BlitzKasse ist für diese Funktion nicht erforderlich.


Manuelle Gewichtseingabe als Alternative

Wenn keine Waage mit Barcode-Etikettendruck vorhanden ist, kann das Gewicht auch manuell eingegeben werden.

Der Kassierer wählt den passenden Artikel aus, liest das Gewicht an der Waage ab und trägt es im Verkaufsdialog ein.

Diese Variante eignet sich für kleinere Betriebe oder einfache Verkaufsabläufe, bei denen keine Etikettenwaage eingesetzt wird.


Voraussetzungen

Damit Gewichts- und Preisbarcodes korrekt verarbeitet werden können, müssen folgende Punkte erfüllt sein:

  • Der Barcode muss 13-stellig sein.
  • Der Barcode muss ein passendes internes Präfix verwenden.
  • Die Artikelnummer / PLU muss in Waage und BlitzKasse gleich sein.
  • Der Artikel muss in BlitzKasse korrekt angelegt sein.
  • Bei Gewichtsartikeln muss der Kilopreis korrekt hinterlegt sein.
  • Der Scanner muss den Barcode vollständig und korrekt an die Kasse übergeben.
  • Vor dem produktiven Einsatz sollte ein Test mit echten Etiketten durchgeführt werden.

Typische Einsatzbereiche

Diese Funktion eignet sich besonders für:

  • Buffetverkauf nach Gewicht
  • Salatbar
  • Obst- und Gemüseverkauf
  • Fleisch- und Wursttheke
  • Käse- und Feinkostverkauf
  • Backwaren mit variablem Gewicht
  • Selbstbedienungsbereiche mit Waagenetiketten
  • Lebensmittelhandel
  • Mini-Märkte
  • Gastronomie mit Wiegeverkauf

Typische Fehlerquellen

Wenn ein Barcode nicht korrekt verarbeitet wird, sollten folgende Punkte geprüft werden:

Artikel wird nicht gefunden

Mögliche Ursache:

Die PLU- oder Artikelnummer im Barcode stimmt nicht mit der Artikelnummer in BlitzKasse überein.

Lösung:

PLU-Nummer in der Waage und Artikelnummer in BlitzKasse vergleichen.


Gewicht oder Preis wird falsch übernommen

Mögliche Ursache:

Der variable Barcodebereich wird anders aufgebaut als erwartet.

Lösung:

Barcode-Aufbau der Waage prüfen und mit der Einstellung in BlitzKasse vergleichen.


Der Scanner übernimmt den Code nicht vollständig

Mögliche Ursache:

Scanner ist falsch konfiguriert oder übergibt kein korrektes Abschlusszeichen.

Lösung:

Scanner in einem Texteditor testen. Der vollständige Barcode muss dort sichtbar sein.


Artikel wird als normaler Artikel verkauft

Mögliche Ursache:

Der Artikel ist nicht als Wiegeartikel angelegt.

Lösung:

Artikeleinstellungen prüfen und Artikel bei Bedarf als Wiegeartikel speichern.


Zusammenfassung

BlitzKasse kann 13-stellige Gewichts- und Preisbarcodes verarbeiten. Dadurch können Artikel mit variablem Gewicht oder variablem Preis schnell und sicher verkauft werden.

Entscheidend ist der korrekte Aufbau des Barcodes sowie die gleiche Artikelnummer bzw. PLU in Waage und Kassensoftware.

Wenn der Artikel als Wiegeartikel gespeichert ist, berechnet BlitzKasse den Verkaufspreis anhand des Gewichts. Wenn der Artikel als normaler Artikel gespeichert ist, kann der im Barcode enthaltene Preis übernommen werden.

Damit eignet sich die Funktion besonders für Buffetverkauf, Lebensmittelhandel, Frischetheken, Feinkost, Salatbars und andere Verkaufsbereiche mit gewichts- oder preisabhängigen Artikeln.